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Ausbildung zum Rettungsassistent



Für den Beruf des Rettungsassistenten muss man viel Idealismus mitbringen, denn so interessant und abwechslungsreich er sein mag, er birgt auch eine Menge Nachteile und sollte nur von Menschen ergriffen werden, die gerne helfen. Psychische Stabilität ist absolute Voraussetzung, aber auch körperliche Belastbarkeit ist absolut notwendig, denn der Beruf des Rettungsassistenten bedeutet teilweise wirklich Schwerstarbeit.

Der Scherz „ich bin der Rettungssanitäter und er hier ist mein Assistent“ ist weit verbreitet unter Rettungssanitätern, denn leider verwirren die Berufsbezeichnungen ein wenig. Die Ausbildung des Rettungssanitäters ist nämlich keine wirkliche Ausbildung, sondern nur eine Qualifikation von drei Monaten, die man in der Theorie sowie in der Praxis zu absolvieren hat. Der wirklich anerkannte Beruf ist der des Rettungsassistenten, die Ausbildung dauert zwei Jahre und gliedert sich in zwei Abschnitte. Der erste Teil der Ausbildung besteht aus theoretischem Unterricht und wird an einer Rettungsschule absolviert. Danach folgt die praktische Ausbildung im Rettungsdienst, im Krankenhaus auf verschiedenen Abteilungen, teilweise auch im OP und in der Chirurgie.

Teamfähigkeit und eine hohe Belastbarkeit psychisch wie auch physisch sind sehr wichtig, sonst kann man in diesem Beruf schnell zugrunde gehen. Schichten von 24 Stunden durchgehender Arbeitszeit kommen vor, diese muss man durchhalten können. Der Beruf ist von Wechselschichten und damit von vollkommen unregelmäßigen Arbeitszeiten bestimmt. Dienste an Feiertagen und Wochenenden sind vollkommen normal. Man muss ruhig bleiben können und eine gute Partnerschaft zu seinem Kollegen aufbauen, denn der Rettungsassistent und der Rettungssanitäter müssen Hand in Hand arbeiten um wirklich kompetent helfen zu können. Viele Situationen, in denen Hilfe geleistet werden muss, sind psychisch schwer zu verkraften und könnten oftmals nur mit dem direkten Partner besprochen werden.

Nachteilig ist, dass die Ausbildung komplett selbst finanziert werden muss und für Nebenjobs keine Zeit bleibt. Das heißt, man muss es irgendwie schaffen, zwei Jahre lang ohne Einkommen auszukommen und die Kosten für die Ausbildung tragen, die sich bei ca 4000 Euro bewegen. Ein weiterer Nachteil ist der geringe Verdienst – mit ca 1300 Euro Bruttogehalt kann man weiß Gott nicht reich werden. Aufstiegsmöglichkeiten gibt es so gut wie keine. Mit entsprechenden Qualifikationen kann man höchstens Dozent an der Rettungsschule werden und angehende Rettungsassistenten in der Theorie ausbilden.